Freiwilligenarbeit

„Entscheidungen werden in Uganda getroffen“ – Feedback einer Seminarreferentin

Orientierungsseminar für die 5. Generation im Juli 2019

Meike arbeitete früher bei weltwärts und hat im Sommer beim Orientierungsseminar Workshops geleitet. Sie hat VUGA auch schon mit einer Umfrage für die PR unterstützt. Was sie nach der Zusammenarbeit nun über VUGA denkt?

Was denkt Meike, die schon für weltwärts gearbeitet hat, nach dem Orientierungsseminar über VUGA?
Meike hat schon für weltwärts gearbeitet. Was denkt sie über VUGA nach dem Orientierungsseminar?

„Ich habe mehrere Jahre in der Koordinierungsstelle von weltwärts bei Engagement Global gearbeitet und muss zugeben: Ich bin ziemlich skeptisch, was Freiwilligendienste im Bereicht der Entwicklung angeht. Verschiedene Formen von Diskriminierung innerhalb eines Programms wie weltwärts werden offensichtlich, wenn man sich nur ein paar Fragen stellt: Wer kann an dem Freiwilligendienst teilnehmen und wer nicht? Wer bekommt das Visum ganz einfach und für wen gibt es viele Hürden? Wer wird dafür bezahlt, die Freiwilligen auszusenden, aufzunehmen, vorzubereiten und auszubilden und wer nicht? Wer ist an den Entscheidungen beteiligt, die das Programm betreffen und wer nicht? Viele Leute – so wie ich jetzt gerade – SPRECHEN über diese unfaire Verteilung innerhalb von Programmen wie weltwärts, aber nicht viele SETZEN wirklich Alternativen UM. Aus meiner Sicht ist es das, was VUGA macht.

Ich hatte die tolle Chance, Trina während einer weltwärts-Konferenz kennenzulernen, wo sie als eine der wenigen Angestellten aus ostafrikanischen Ländern teilnahm, die für ihre Arbeit bei weltwärts bezahlt werden. Ich habe sie dann noch einmal während eines Aufenthalts in Deutschland kennengelernt und erfahren: Entscheidungen bei VUGA, die den Freiwilligendienst und das globale Lernen in Uganda angehen, werden von Ugander*innen in Uganda getroffen. Das klingt zunächst erst einmal einfach und nicht bemerkenswert, aber angesichts der traurigen Realität vieler Partnerorganisationen, die an internationalen Freiwilligendiensten beteiligt sind, kommt das doch recht selten vor. Als ich ehemalige und zukünftige Freiwillige beim Orientierungsseminar im Juli 2019 getroffen habe, die ihre Rolle als Freiwillige im System der globalen Entwicklung reflektierten, das auf kolonialer Geschichte und Machtverhältnissen aufgebaut ist, bestätigte das meine guten Eindrücke von VUGA noch einmal.

Der Weg ist noch lang und nicht alle Fragen, die ich oben gestellt habe (und noch andere), sind gelöst, aber VUGA hat die Reise begonnen, deshalb freue ich mich, mit meiner Zeit dazu beizutragen. Alles Gute!“